Das Gebet in der Tat: Vom Schaf- und Menschenfischersein im (Mama)Alltag.

Wie ich im Mamaalltag Menschenfischer sein darf - Gedanken darüber wie das alltägliche Handeln Gebet sein kann.


Es ist knapp nach sechs Uhr früh, Deine kleine Hand weckt mich – Du erkundest mein Gesicht, ziehst an meinem Kinn und wendest Dich dann Deinem Papa zu. Auch er wird von Dir geweckt.


Es ist kurz nach sechs Uhr früh und ich seh Dir zu, wie Du Dich schon voller Energie austobst, Du spielst voll Eifer, nur hin und wieder, da wirfst Du mir einen Blick zu, schaust, ob ich noch in der Nähe bin.


Es ist noch immer nicht mal sieben Uhr früh, ich bereite Dein Frühstück vor während sich ein Teil meines Herzens nach der Zeit sehnt, in der ich die frühen Morgenstunden ungeteilt dem Bibelstudium und dem Gebet widmen konnte.


Ja, es ist noch nicht einmal sieben Uhr früh, Du blickst zu mir auf und ich erkenne wieder: Du bist es in dem ich Christus dienen darf. Du bist meine Berufung, Dir darf ich Menschenfischer sein. Dich darf ich zu Christus führen und in Dir darf ich Christus nahe sein.


Ich denke daran, wie wir einst für Dich gebetet haben, beziehungsweise es war eher ein um dich beten. In unserem Wohnzimmer hängt ein kleines Holzschild, das Geschenk einer Freundin, auf dem steht: For this child we have prayed. Und es ist die Wahrheit, wir haben für Dich gebetet. Damals als es Dich noch nicht gab, haben wir ganz besonders Christus in Form des Jesuskindes ins Herz geschlossen. Wenn Dein Papa und ich gemeinsam gebetet haben, dann befand sich eine Figur des Jesuskindes immer vor uns. Heute seh ich Dich an und ich sehe dieses kleine Jesuskind in Dir. Ich darf meinem Meister dienen, in dem ich für Dich da bin, indem ich Dir Mama bin.


Das ist es, was mich zurzeit besonders beschäftigt. Hin und wieder kriecht die Stimme der Verzagtheit hervor und ich frag mich, wie ich das schaffen soll – das Leben eines Christen. Zwischen all dem Wickeln, dem Stillen, dem Trösten und in den Schlaf wiegen, vergesse ich hin und wieder auf das Gebet und dann ärgere ich mich darüber.

Doch ebenso denke ich mir dann hin und wieder, dass ich bete indem ich tue. Jedes Wickeln, jedes Stillen, jedes Trösten, jedes in den Schlaf wiegen, ist ein Gebet. Mit jedem Mal ehre ich Deinen Schöpfer. Ich gebe Dir zu essen, wenn Du Hunger hast und zu trinken, wenn Du Durst hast. Ich bekleide Dich, wenn Dir kalt ist oder Du dich wieder einmal angepatzt hast. Ich habe Dich einst unter meinem Herzen aufgenommen und heute in meinen Armen.


Ich denke an Jesu Gleichnis von den Schafen zur Rechten und den Böcken zur Linken.


Ich bin mir oft nicht sicher, ob Christus mich eines Tages wirklich zu den Schafen zählen wird, ob ich dieser Herde wert bin. Doch ich weiß, dass Du mich heiligst, dass auch, wenn ich hin und wieder vergesse in Worten zu beten, ich es in Taten dennoch tue.


Und vielleicht muss heute noch jemand hören, dass die Tat ein Gebet, ja sogar ein Lobpreis, sein kann.