Der Zug des Glaubens

Was die nächtliche Dunkelheit und eine Zugfahrt mit unserem geistlichen Leben zu tun haben können.


Es ist schon mehr Nacht als Abend. Die Jalousien sind bereits zu, das Licht abgedreht. Die nächtliche Dunkelheit und Stille hat all die Räume meines Zuhauses erfasst. Da fällt mir ein, dass ich noch gerne eines der Bücher aus dem Wohnzimmer zum Lesen hätte. Um meinen Weg zu diesem Buch zu finden, hätte ich ganz einfach das Licht aufdrehen können. Aber als wäre es das natürlichste der Welt tue ich eben das ganz intuitiv nicht und durchschreite das finstere Zimmer. Ich weiß, wo dieses Buch liegt. Ich kenne diesen Raum. Ich finde mich hier auch in der Dunkelheit zurecht, sie hindert mich nicht daran weiterzugehen.


Und plötzlich schießt mir ein Gedanke durch den Kopf: So ist es auch mit dem #Glauben.


In diesem Zimmer ist es nicht immer dunkel, meistens ist es sogar hell. In dieser Zeit lerne ich diesen Raum kennen, indem ich darin lebe. Auch im geistlichen Leben gibt es Zeiten, die sind heller und Zeiten, die sind dunkler. In diesen dunklen Zeiten muss ich mich nicht verirren, denn in den hellen Zeiten lerne ich so sehr in #Gott zu leben, dass ich mich mit ihm, selbst wenn ich ihn einmal nicht mehr wahrnehmen kann, in der Dunkelheit zurecht finde. Sie hindert mich nicht daran im Glauben weiterzugehen, wenn ich in der Helle des Tages lerne im Raum des Glaubens, im Raum der Gegenwart Gottes, zu leben.


Es ist eine Frage des Fundaments, denke ich mir an dieser Stelle. Worauf und womit habe ich mein Haus des Glaubens gebaut? Habe ich sorgsam einen Stein auf den anderen gesetzt und dabei den Heiligen Geist willkommen geheißen, um der Mörtel zwischen den Steinen des Glaubens zu sein? Habe ich mich bemüht, um Gott, den Baugrund, so kennenzulernen wie er ist, auch wenn es mich vielleicht das ein oder andere Mal Mühe und Herausforderung kostet?


Wenn ich Gott kenne, wage ich mich auch in der Finsternis weiter, denn mit ihm gibt es keine Sackgassen. Und wenn mein ganzes Glaubenshaus von Dunkelheit überschattet ist, dann bleibt da dennoch sein Licht – in mir, in meinem Herzen. Selbst wenn es nur so klein scheint wie ein Senfkorn, es bleibt, es leuchtet.


Es geht darum, Gott kennenzulernen. Aufrichtig auf der Suche nach ihm, nach mehr von ihm. Dann wird dich nichts mehr von dem Weg mit ihm abhalten können. Dann kannst du in deiner inneren Gewissheit wandeln, dass sein Licht nie auslöscht und dir immer den Weg bahnt, auch wenn du es nicht sehen kannst.


Von der niederländischen Christin Corrie Ten Boom, die dafür geehrt wurde, dass sie während des Holocausts zahlreichen Juden das Leben rettete, gibt es ein dazu passendes Zitat:


„When a train goes through a tunnel and it gets dark, you don’t throw away the ticket and jump off. You sit still and trust the engineer.“

Wenn du Gott in den hellen Zeiten des Glaubenslebens kennenlernst, hast du auch in den dunklen Zeiten den Frieden, um in diesem Zug sitzen zu bleiben. Du wirst ihm vertrauen, denn du kennst ihn. Du weißt, er würde dich nie im Stich lassen.

Du kannst mir hier gerne schreiben!

© 2019 by Mag. Magdalena Preineder