Die verborgene Schönheit im Geheimnis

Teil 2: "Wer alles durchschaut, sieht nichts mehr." (C.S.Lewis) - Das Ineinander von Geheimnis und Schönheit.


Die Dimension des Geheimnisses gehört notwendigerweise zu dieser Welt, da sie vom dreifaltigen Gott geschaffen ist. Obwohl wir wissen, dass die Dreifaltigkeit aus Vater, Sohn und Heiligem Geist besteht, so ist dies fast schon die Grenze unseres Wissens. Gott teilt sich selbst der Welt mit - besonders im Mysterium der Inkarnation - doch der Mensch stößt trotz seines transzendenten Wesens an die Grenzen seines Verstandes, wenn er versucht das Geheimnis, das Gott ist, zu durchdringen.


In der Offenbarung beschreibt Johannes wie er Gott sieht:


"Und siehe, ein Thron stand im Himmel; auf dem Thron saß einer, der wie ein Jaspis und ein Karneol aussah." (Offb 4,2f)

Der Jaspis ist nach Offb 21,11 ein kristallklarer Stein - also ein Edelstein von außergewöhnlicher Schönheit. Wenn Johannes Edelsteine gebraucht, um #Gott zu beschreiben, dann drückt er damit eine Pracht und Herrlichkeit aus. Er inkludiert eine ungeheure Faszinationskraft und unaussprechliche #Schönheit. (Besonders Frauenherzen wissen wie anziehend das Funkeln eines Edelsteins sein kann.) - Gott selbst ist Schönheit.


Gebraucht Johannes das Ineinander zweier Edelsteine, dann verweist dies auf eine Dimension des Geheimnishaften. Gottes Aussehen ist nicht mit Begriffen wie "Hals, Nase, Ohr" wiederzugeben. Es braucht mehr. Denn Gott ist Geheimnis.


Wären wir fähig, alles bis auf den Grund seines Seins zu verstehen, zu durchschauen, gäbe es nichts Geheimnisvolles. Es gäbe nicht den Reiz des Schönen. Dem der alles durchschaut, ist der Blick auf das, was den Menschen natürlicher Weise übersteigt, genommen.


Es zeigt sich dies bereits, wenn man auf die Poesie blickt - sie würde in ihren Grundfesten zu wanken beginnen, denn wir hätten eine bloße Sprache der Wissenschaft - formiert und normiert. Die Poesie jedoch lebt von Geheimnis und Schönheit. Sie braucht eine Sprache, die genug Raum lässt, um Gott in die Herrlichkeit eines Jaspsis und die Pracht eines Karneols zu kleiden.


Das Geheimnis braucht die Schönheit und die Schönheit braucht das Geheimnis. Sie bedingen einander.

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© 2019 by Mag. Magdalena Preineder