Eine Beichte und ein Tritt in den A****.

Manchmal brauchen wir einen Tritt in den Allerwertesten und ich danke jedem Priester, der bereit ist die Wahrheit auszusprechen.


Kennst Du das, dass Du über dein eigenes geistliches Leben enttäuscht bist? Also ich, ja.


Diese Momente der Enttäuschung haben sich in den letzten Wochen und Monaten vermehrt. Oft habe ich an meine Oberstufen- und Studienzeit zurückgedacht. Während dieser bin ich mit Leidenschaft zur Heiligen Messe gegangen, oft auch wochentags, teils täglich. Ich bin in einem Abstand von maximal zwei Wochen beichten gegangen. Ich hab so intensiv die Bibel gelesen, dass ich viele Verse sowohl im Kopf wie auch im Herzen trug und sie jederzeit problemlos, manche sogar in zwei Sprachen, abrufen konnte. Ich hab zumindest ab und an an einem Gebetskreis teilgenommen. Ich hab mich sehr oft und sehr viel mit Freunden über Dinge unterhalten, die das geistliche Leben, das Leben mit Gott, betrafen. Ich habe gerne und hingebungsvoll gebetet.


Als ich vor zwei Jahren eine Depression entwickelte, begann ich mit Gott zu kämpfen. Ich lehnte mich gegen ihn auf. Die Teilnahme an der Heiligen Messe geschah aus Pflicht. Ich sah keinen Sinn mehr im Weg mit Gott. Doch meine Freunde und vor allem mein Mann versuchten mich aus diesem Loch herauszuholen.


Das gelang auch, und ich fand zurück zu Gott. Ich entschied mich neu für das Leben mit ihm.


Und doch war mir oftmals vieles wichtiger als die geistlichen Dinge. Und doch las ich seltener in der Bibel. Und doch besuchte ich seltener die Heilige Messe und auch den Beichtstuhl. Das alles begleitet mit dem Gefühl der Enttäuschung über mich selbst.


Ich glaube, wir alle kennen die Auf und Ab's im geistlichen Leben. So erfuhr auch mein geistliches Leben immer wieder einen Hochschwung. Immer wieder folgte ich mit neuer Kraft Gott nach und immer wieder nahm diese Hoch-Zeit ab und ich ließ es geschehen. Ich fügte mich den Gefühlen, dem fehlenden Willen, dem schwachen Fleisch.


Als ich vor kurzem beichten war, traf es der Priester auf den Punkt: "Das hat Ihnen der Teufel genommen." Jap. Harte Aussage, aber Realität. Dieser Priester hatte sich mit mir über mein geistliches Leben unterhalten, sich einen Überblick über meine Mess- und Betgewohnheiten verschafft und dann traf er diese Feststellung.

"Das hat Ihnen der Teufel genommen."

Ich muss sagen, dieser Satz schlug ein. Seit zwei Wochen hallt dieser Satz in meinen Gedanken nach. Ich wusste insgeheim, dass ich es zuließ, dass der Teufel meinen Kopf zunehmend weg vom Kreuz, hin zur Welt drehte. Irgendwo in mir wusste ich es. Und doch war ich zu müde zu kämpfen.


Diese klaren Worte des Beichtpriesters sollten etwas in mir aufrütteln, wachrütteln. Es ist als würde dieser eine Satz noch viel mehr Untersätze beinhalten. Als würde dieser eine Satz flüstern:

"Magdalena, Du kannst wieder zu deiner Leidenschaft und Hingabe für Gott finden. Du hast es in der Hand. Du musst Dich entscheiden und dann dementsprechend handeln. Magdalena, lass Dir nicht von der Enttäuschung über Dich selbst Fesseln anlegen. Steh auf und geh."

Und ich bin tatsächlich zaghaft aufgestanden und erste, schwache Schritte gegangen. Soll ich Dir etwas verraten? Die Wochentagsmessen um 8 Uhr früh, an denen nur 4-5 großmütterliche Damen und ich teilnehme, gehören zu den schönsten Erfahrungen meines (geistlichen) Lebens.


Was ich mit dieser Erzählung eigentlich aussagen möchte: Manchmal brauchen wir einen Tritt in den Allerwertesten und ich danke jedem Priester, der bereit ist die Wahrheit auszusprechen.

Falls es Dir momentan genauso ergeht, lass mich Dir mit diesem Text den nötigen Tritt in die richtige Richtung versetzen.

Steh auf und geh!



Du kannst mir hier gerne schreiben!

© 2019 by Mag. Magdalena Preineder