Herr, manchmal vergesse ich, um was ich dich gebeten habe.

Lass mein Ja zu dir, das ich dir heute gebe, ein Ja zu dir sein, das auch morgen gilt. Lass nicht zu, dass ich mich in der Welt verliere anstatt in dir.


Herr, manchmal vergesse ich, dass ich dich gebeten habe, mich zu einer Frau nach deinem Herzen zu formen. Manchmal vergesse ich, wie oft ich zu dir gesagt habe, dass du mich senden sollst, denn ich bin deine Magd. Herr, manchmal vergesse ich schon beim nächsten Ausatmen, was ich dir bei dem ihm vorausgehenden Einatmen versprochen habe: Immer an dir festzuhalten. Manchmal vergesse ich, dass ich dich gebeten habe, dich in meinem Leben zu verherrlichen. Herr, ich wünsche, dass mein Herz so voll von dir ist, dass ich es nicht mehr mein eigen nennen kann. Mein Herz, es soll nicht nur jeden Moment für dich schlagen, sondern es soll deines sein. Vollkommen deines. Herr, ich schäme mich dafür, wie leicht ich dieses Sehnen vergessen, ja verdrängen kann. Manchmal frag ich mich einfach nur, wie es möglich ist, dass ich dich in dem einen Moment so sehr verehre, dass mein Innerstes sich vor dir in aller Ehrfurcht verbeugt, und weiß, dass es nicht würdig ist, deine Füße zu küssen - und wie ich im nächsten Moment, dich nicht mehr wahrzunehmen scheine, obwohl du mir die Möglichkeit bietest, dir das zu sein, was ich möchte: Deine Magd, deine Jüngerin, der Weihrauch, der aufsteigt, um dir Lob und Dank zu bringen. Ich weiß nicht, wie das möglich ist, doch während ich diese Worte an dich richte, richtest du meinen Blick auf deinen Diener Petrus. Er hat seine Liebe zu dir beteuert, doch dich wenig später dreimal verleugnet. Dennoch hast du ihm den Namen "Fels" gegeben. Dennoch ist er der Fels auf dem du deine Kirche erbaut hast. Herr, meine Unverständnis darüber wie du es vermagst dich in all unserer geschöpflichen Niedrigkeit zu verherrlichen, ist zu groß, um deine Taten zu verstehen. Manchmal verstehe ich nicht, wie du noch immer an mir festhalten kannst, wenn ich wie Petrus bin - im einen Moment bereit alles für dich zu geben, weil ich erkenne, dass du Gott bist, im anderen Moment voll Furcht und dem Drang zu fliehen. Herr, ich weiß nicht, wie das möglich ist. Wenn das Joch scheinbar drückend wird, vergesse ich zu leicht, dass ich dich gebeten habe, mir das zu geben, was ich tragen kann. Ich vergesse, dass nicht ich es bin, die mich, mein geistliches Leben oder meine Stärke definiert. Sondern du bist es. Du definierst all mein Sein und dieses Sein soll dich verherrlichen. Herr, ich bitte dich, nimm das Ja, das ich dir in diesem Moment geben kann als Ja an, das ewig währen soll - nimm das Ja, das ich dir in diesem Moment geben kann als definitives Ja an, lass es auch dann gelten, wenn mein Geist sich in dieser vergänglichen Welt verliert. Ich weiß, dass du sanft bist, doch wenn ich mich in der Welt verliere anstatt in dir, dann zerre mich zurück zu dir. Wenn meine Seele nicht hören will, dann mach sie hören, denn du bist es wert. Du bist alles wert.

Du kannst mir hier gerne schreiben!

© 2019 by Mag. Magdalena Preineder