Ich frag 'Warum?' - Du sagst 'Es ist die Sünde.'

Herr, ich steh vor Dir,

will zu Dir beten,

will zu Dir sprechen.


Doch alles, was ich vermag,

ist nichts als ein Stottern.

Es erinnert an Glas,

das langsam zu Boden fällt

und bricht.


Ich frag Dich 'Warum?'.

Du blickst mich an

mit Augen, die sagen

'Ich halte Dich.'

Doch Du sagst nichts,

Du trittst an meine Seite.


Herr, ich will verstehen,

Herr, ich will sehen -

wie Du.


Du erlaubst mir Deinen Blick zu teilen.


Wir schauen auf eine Welt,

geschaffen aus Liebe,

für die Liebe.

Wir blicken aufs Kreuz,

wo Du den Tod gebrochen hast.

Wir blicken auf die Sünde,

die am Herz des Menschen nagt.


Und doch wählt er sie,

freiwillig.

Er will Deine Liebe nicht sehen

und nicht mit Dir gehen,

denn das würde heißen,

er muss etwas zurücklassen:

Den Trieb des Todes und der Zerstörung,

Gefallsucht und Ruhm,

Selbstgefälligkeit und Stolz.


Es würde nur noch darum gehen,

Dir zu gefallen.

Das bedeutet ein Leben

in Frieden und Eintracht,

in Liebe und Vergebung,

in Zuversicht und Hoffnung -

unter einem Blick,

der jedes Mal sagt 'Ich sehe Dich.

Ich halte Dich.

Du bist nicht allein.'


Du lässt mich sehen,

was die Menschen stattdessen wählen:

Grausamkeit und Zorn,

Ungerechtigkeit und Mord,

Gewalt und Tod.


Und ich versteh es nicht,

versteh nicht,

wie Dich jemand verschmähen kann -

um dieser Dinge willen.


Du blickst mich an

und hauchst 'Es ist die Sünde.'

Die Menschen,

sie haben vergessen

zu bekennen, zu reuen.

Sie haben vergessen

umzukehren.

Sie wollen schnelles Glück,

einen Drive-through an Befriedigung.

Sie fischen

nach dem kurzfristigen Stillen

ihrer Bedürfnisse.

Sie wollen Dich nicht sehen,

nicht mit dir gehen,

denn das würde heißen

für dich Anstrengung und Opfer

auf sich zu nehmen.

Das würde heißen,

sich selbst zu verlieren,

um Dich zu gewinnen.


Sie sehen nicht,

was dahinter liegt.

Sie sehen nicht,

dass Du der Weg bist,

der Weg zur ewigen Glückseligkeit.

Der Weg zu dem, was sie suchen.


Mir fehlen die Worte,

doch bleibt mir eines zu sagen:

'Herr, vergib,

Herr, lieb, -

Du durch mich.'


Du kannst mir hier gerne schreiben!

© 2019 by Mag. Magdalena Preineder