Wofür Du kämpfst, ist nicht vergebens.

Manchmal müssen wir unsere Pläne aufgeben, doch das ist in Ordnung.


Diese Zeit ist für viele von uns besonders herausfordernd. Die Beschränkungen im sozialen Bereich bedeuten für vermutlich nicht Wenige die Konfrontation mit Einsamkeit, Stille, Gedankenspiralen, Ängsten, Zweifeln und Plänen, die nicht so funktionieren, wie man es wollte.


An dieser Stelle möchte ich Dir etwas von meinem eigenen Leben erzählen: Hand aufs Herz, viele der Pläne, die ich für die letzten zwei Jahre hatte und für die Zeit jetzt, nach meinem Abschluss, konnte ich nicht umsetzen. Das hat mich viele Tränen gekostet, viele "Warum genau ich?" und "Warum genau jetzt?".


Doch da ist etwas, das mir anfangs immer schwer fiel zu glauben und ich doch jeden Tag ein Stück mehr lernen darf: Es ist in Ordnung.


Vielleicht glaubst Du mir das jetzt nicht. Vielleicht denkst Du auch, dass ich im Endeffekt ja doch keine Ahnung habe, wovon ich rede.Aber diese Worte kommen von einer Person, die nicht freiwillig ihre Faust geöffnet hat, um Pläne loszulassen, die in der Form, wie sie sie erträumt hat, nicht stattfinden können. In den vergangenen zwei Jahren hat meine Depression gewaltsam diese Faust geöffnet, mit der ich krampfhaft versuchte an meinen Plänen festzuhalten.


Aber weißt Du was? Es ist in Ordnung und das mein ich ganz ernst.


Ich habe mich oft geärgert, mir Selbstvorwürfe gemacht und mich dem Sog von Zweifeln und Hoffnungslosigkeit hingegeben. Das ist es, was nicht in Ordnung war, denn damit habe ich meinem Kampf und meiner Erkrankung mehr Autorität zugesprochen als ihm gebührte. Mein Kampf hat nicht das letzte Wort über mein weiteres Leben und auch Dein Kampf fällt nicht das letzte Urteil über den weiteren Verlauf Deines Lebens.


Was ich inmitten all der Zeit, in der ich mich nach und nach von meinen Lebensplänen verabschieden musste, nicht an den Tag legen konnte, war das, was ich dafür heute immer mehr empfinde: Dankbarkeit. Denn wenn mich all meine Kämpfe eines gelehrt haben, dann das, dass ich stärker bin als ich je dachte. Dass ich mehr (er)tragen kann, als ich je in Erwägung gezogen habe. Dass ich einen Kampf um Leben und Tod mit dem Leben verlassen kann.


Und das gilt auch für Dich: Wenn Du jetzt gerade am kämpfen bist, eine harte Zeit hast, dann will ich, dass Du weißt, dass Du unheimlich stark bist, dass Du die Kraft hast weiterzugehen und eines Tages neues Leben atmen wirst.


Wofür ich gekämpft habe, war nicht vergebens.

Wofür Du kämpfst, ist auch nicht vergebens.


Und es ist in Ordnung. Es ist in Ordnung zu kämpfen. Es ist in Ordnung nicht in einer rosaroten Seifenblase zu leben. Es ist in Ordnung, wenn Du Pläne aufgeben musst, denn es werden neue Chancen und Gelegenheiten, Dein Potenzial zu leben, kommen.


Es ist in Ordnung und es ist nicht vergebens.


Du kannst mir hier gerne schreiben!

© 2019 by Mag. Magdalena Preineder