Zur Freude berufen

Auf den letzten Seiten meiner Diplomarbeit sollte mich eine Einsicht erwarten, mit der ich absolut nicht gerechnet hatte.


Als ich mich gestern endlich durchgerungen hatte an den letzten Seiten meiner Diplomarbeit zu arbeiten, war mir nicht im geringsten klar, dass ich mir gerade in diesem "Endspurt" noch so etwas entscheidendes für mein Leben mitnehmen können würde. Eigentlich wollte ich nur noch fertig werden, knapp 4000 Zeichen hielten mich noch von meinem Ziel ab. Mir brummte schon der Schädel von allen möglichen Überlegungen, wie ich diese Seiten noch füllen sollte ohne einen Aspekt zu eröffnen, der zu weitläufig wäre. Die Antwort fand ich als ich aufhörte fieberhaft zu suchen und bereit war, mich von Gott und seinem Geist der Weisheit leiten zu lassen. Ich fand in mir das sanfte Ziehen vor, mich auf diesen letzten Seiten der Einfachheit und Freude Marias zu widmen. In einem sehr empfehlenswerten Buch von dem Theologen Friedrich Wessely (Eins mit Gott durch Maria) las ich folgende, für mich sehr prägende Worte:

"In Maria war nun diese unsagbare, von Gott selbst geborene Freude, und sie gibt auch den Grund dafür an: 'Er hat angesehen die Niedrigkeit seiner Magd.' Es ist also ein Frohlocken über den Blick der göttlichen Liebe hinein in den Abgrund ihrer Niedrigkeit. [...] Mariens Leben ist von göttlicher Einfachheit und das innige Zusammenleben mit ihr wird dahin führen, daß am Ende unseres Wirkens das Magnificat stehen wird. Was immer mit Maria und in Maria von uns geschieht - welcher Art es auch sein mag -, kann nur inniger hinführen zur Quelle alles Seins, zu Gott, kann nur hinführen zur Freude in Gott."

Maria war ein Mensch voll Freude! Ich weiß, das ist kein wissenschaftlicher Durchbruch, für die meisten nicht mal eine neue Erkenntnis und dennoch war diese Einsicht für mich wie "meine eigene kleine Entdeckung Amerikas". Sie war ein Mensch voll Freude! Als ich die Worte Wessleys las, kamen mir Jesu eigene Worte in den Sinn:

"[...] damit sie meine Freude in Fülle in sich haben." (Joh 17,13)

Und ich begriff, dass Maria uns vorlebte, wozu jeder Einzelne von uns berufen ist: zur Freude. Zu einer solch tiefen Freude, dass sie nur in Gott wurzeln und von ihm her genährt werden kann. Zu einer Freude, die überströmend ist - eine Freude in Fülle.Was für ein starkes Wort, das Jesus in Joh 17,13 spricht! Wir sind zur Freude berufen! Das bedeutet, wir sind dazu berufen zu frohlocken, wir sind dazu berufen, dass unser Leben, ja dass wir selbst, Lobpreis Gottes sind. Ich weiß nur zu gut, dass uns die Umstände des Lebens oftmals den Anlass zum Verzagen, zur Traurigkeit, zur Wut oder whatever liefern, aber es ist nicht Unseres uns darin zu verlieren. Der Erbteil des Himmelreiches, den wir schon jetzt genießen dürfen, ist mit Maria und allen Heiligen des Himmels in die ewige Freude Gottes einzustimmen.

Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! (Phil 4,4)

Seien wir mutig genug hier auf Erden das Loblied Gottes zu sein. Seien wir mutig genug, alles Quengeln und Verzagen zurückzunehmen, um mit offenen Herzen an der Freude Gottes teilzunehmen. Lasst uns uns freuen, denn dazu sind wir berufen!

Du kannst mir hier gerne schreiben!

© 2019 by Mag. Magdalena Preineder